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August 2020


Saarland Artenreich –
Neue Blühlandschaften mit der LEG Saar und Jäger-Vereinigung

Im Saarland sind in diesem Sommer auf über 40 Hektar neue Blühlandschaften entstanden, die vielen bedrohten Tierarten Schutz und Nahrung bieten. Dafür haben die Landesentwicklungsgesellschaft Saarland, LEG Saar, und die Vereinigung der Jäger des Saarlandes (VJS) gemeinsam mit zahlreichen saarländischen Gemeinden gesorgt: saarlandweit haben sie auf einer Fläche, die der Größe von über 50 Fußballplätzen entspricht, ein spezielles, regionales Saatgut aus 60 unterschiedlichen Blumen und Kräutern ausgesät – und so einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt an der Saar geleistet. Am Donnerstag, den 27. August, haben die Akteure ihr Projekt auf der Blühfläche in der Gimbweiler Straße bei Nohfelden-Wolfersweiler der Öffentlichkeit vorgestellt.

NEUE LEBENSRÄUME FÜR GEFÄHRDETE TIERARTEN AN DER SAAR

Für die LEG Saar sind Erhalt und Weiterentwicklung von Artenvielfalt wichtige Bestandteile der Landesentwicklung im Saarland. In der konkreten Umsetzung bedeutet das hier die großzügige Aussaat von speziellem auf Vielfalt angelegtem Saatgut. So entstehen neue Blühlandschaften mit einer großen Pflanzen-Bandbreite, die zahlreichen Tierarten Schutz und Nahrung bieten: dazu gehören viele Insektenarten, beispielweise die heimische Wildbiene und Schmetterlinge, aber auch Rebhuhn, Fasan, Hase und verschiedene Vogelarten, wie etwa die Feldlerche.

>> WWW.SAARLAND-ARTENREICH.DE – DAS PROJEKT

In Zusammenarbeit mit Jägern aus der Region und Kommunen werden Flächen identifiziert, die sich in besonderer Weise zum Schaffen von insektenreichen Blühlandschaften eignen. Die LEG Saar stellt den Flächenbesitzern kostenfrei eine spezielle regionale Saatgutmischung zur Verfügung. Im Gegenzug verpflichten sich diese zur Einsaat und damit zur Stilllegung ihrer Fläche für die kommenden Jahre.
Das Saatgut besteht aus ca. 60 unterschiedlichen regionalen Pflanzen: Wildblumenarten, wie etwa die Moschusmalve, Kornblume und Schafgarbe, sowie Kulturpflanzen, z.B. Rotklee, Wicke und Sonnenblume, zählen dazu. Sie alle sind auf die klimatischen Bedingungen und die Bedürfnisse heimischer Tier- und Insektenarten abgestimmt.

Bezogen hat die LEG Saar das Saatgut von dem Integrationsbetrieb >> Haseler Mühle bei Neunkirchen. Die Tochtergesellschaft der Neue Arbeit Saar gGmbH beschäftigt sich mit dem Anbau und Verkauf von gebietseigenem Saatgut. Dabei bietet die Mühle Menschen mit und ohne Behinderung einen dauerhaften und regulären Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt.

Neben der LEG Saar und dem VJS leisteten die Gemeinden durch die Bereitstellung von Flächen einen wesentlichen Beitrag für die Realisierung des gemeinsamen Vorhabens.
Auch in den kommenden Jahren möchten die Projektbeteiligten das Engagement auf weitere saarländische Kommunen übertragen, um für das wichtige Thema der Artenvielfalt zu sensibilisieren und den bestehenden Beitrag zur Schaffung einer nachhaltigen und artenreichen Kulturlandschaft weiter auszudehnen.

O-TÖNE

Staatssekretär und LEG Saar-Aufsichtsratsvorsitzender Roland Theis: „Als öffentliches Unternehmen ist es unsere Aufgabe, die Entwicklung unseres Landes nachhaltig voranzutreiben. Das tun wir gemeinsam mit den Kommunen. Zu diesem Leitbild einer nachhaltigen Landesentwicklung gehört neben wirtschaftlichen Projekten, wie dem Ferienpark Bostalsee oder dem Thermen Resort in Rilchingen, für uns aber auch die ökologische Nachhaltigkeit. Daher wollen wir unseren Beitrag zu einer artenreichen Kulturlandschaft im Saarland leisten.“

LEG Saar-Geschäftsführer Valentin Holzer: „Zu unseren Zielen gehört es, die Öffentlichkeit für das Thema Artenvielfalt zu sensibilisieren. Schließlich ist sie ein wesentlicher Teil der Entwicklung unseres Landes. Demnach ist für uns die Förderung von Lebensräumen für gefährdete Tierarten ein wichtiges Anliegen und Aufgabe zugleich. Gemeinsam mit den Gemeinden, den unterstützenden Verbänden und den saarländischen Landwirten wollen wir Vorreiter bei der Schaffung einer für die Artenvielfalt bedeutenden insektenreichen Kulturlandschaft sein.“

Landesjägermeister Josef Schneider „Die Jagd ist ein in Jahrtausenden historisch gewachsenes Kulturgut. Heute heißt Jagen nicht nur, nachhaltig ein hochwertiges und gesundes Lebensmittel zu gewinnen. Die Jagd steht vor allem im Dienst der Erhaltung der Natur und erfüllt damit ein wichtiges gesellschaftliches Erfordernis unserer Zeit. Demzufolge ist es für uns unerlässlich, Artenschutzprojekte, wie auch das Projekt „Saarland Artenreich“ zusammen mit der LEG Saar zu initiieren und zu unterstützen.“

Landrat Udo Recktenwald: „Insektenreiche Blühlandschaften erhalten und verbessern die Artenvielfalt der heimischen Pflanzen und Insekten. Im Landkreis St. Wendel setzen wir bereits seit dem Frühjahr 2019 sehr erfolgreich das Projekt ‚Der Kreis St. Wendel blüht auf‘ um. Bisher haben sich fast achthundert Teilnehmer mit insgesamt 32. 500 Quadratmetern Blühfläche an der Aktion beteiligt.“

Bürgermeister der Gemeinde Nohfelden Andreas Veit: „Die Gemeinde Nohfelden bekennt sich aktiv zur Agenda 2030 der Vereinten Nationen und damit auch zu den darin enthaltenen 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung. Die Förderung der Biodiversität ist dabei ein wichtiger Bestandteil und wir freuen uns, in Zusammenarbeit mit der LEG Saar, durch die Blühfläche in Wolfersweiler einen wertvollen Beitrag zur Artenvielfalt leisten zu können.“

FÜR EINE NACHHALTIGE LANDESENTWICKLUNG

Die LEG Saar ist der Partner der Kommunen unter dem Dach der Strukturholding Saar, einer 100%igen Landestochter. Als öffentliches Unternehmen arbeiten wir gemeinsam mit den Kommunen an der infrastrukturellen und wirtschaftlichen Entwicklung unseres Landes, sanieren Ortskerne, schaffen Wohnflächen und Arbeitsplätze für die Menschen in unserem Land. Dabei legen wir Wert auf ökologische Nachhaltigkeit, um den Erhalt unserer abwechslungsreichen und schönen Tier- und Pflanzenwelt auch für zukünftige Generationen zu sichern. >> www.leg-saar.de

WILD UND NATUR – PASSION DER JÄGER

Die 1948 gegründete Vereinigung der Jäger des Saarlandes, VJS, setzt sich aktiv für die Belange aller wildlebenden Pflanzen und Tiere sowie deren Lebensraum ein und unterstützt staatliche Stellen im Natur- und Tierschutz. Darüber hinaus ist sie Gründungsmitglied der Naturlandstiftung Saar. Die VJS mit Sitz in Saarwellingen pflegt und fördert das Jagdwesen sowie das Waidwerk und bildet Jäger und Jagdaufseher aus. Sie betreut rund 3.400 Mitglieder. >> www.saarjaeger.de