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Dezember 2018


Ein sicherer Weg in die Zukunft

Am SCN wurde der Vertrag für den Einbau eines EMAS-Systems unterzeichnet

Der Airport Saarbrücken wird als erster Verkehrsflughafen in Deutschland mit einem Engineered Materials Arrestor System (EMAS) ausgestattet. Der entsprechende Vertrag zwischen der SCN-Betreibergesellschaft fh Saar sowie einer Arbeitsgemeinschaft von KIBAG Airfield Construction (Zürich) und Runway Safe (Göteborg) wurde am Freitag, den 14. Dezember 2018 abgeschlossen.

Unterzeichner waren die Geschäftsführer Rita Gindorf-Wagner und Thomas Schuck für den SCN sowie Philipp Althaus und Johan Lansberg für die mit der Ausführung betrauten Unternehmen.
Ebenfalls anwesend bei der Vertragsunterzeichnung: Der SCN-Aufsichtsratsvorsitzende und Staatssekretär Jürgen Barke.
Das saarländische Wirtschaftsministerium hatte 2017 die für die Investition notwendigen Mittel ausgewiesen. Für Barke bedeutet das EMAS-System „ein Stück zusätzlicher Sicherheit“ für die Passagiere. „Mit dieser Millionen-Investition in die Zukunft bekennt sich die saarländische Landesregierung erneut zur Bedeutung des Flughafens für den Wirtschaftsstandort Saarland. EMAS und der kürzlich in Betrieb genommene Remote-Tower machen unseren Airport außerdem zum Vorbild für die anderen Flughäfen in Deutschland und Europa“, sagte Barke.

EMAS-Systeme zur Verhinderung des sogenannten Overruns kommen seit Ende der neunziger Jahre in den USA zum Einsatz, auch an großen Flughäfen. Das am SCN angewendete System wurde von der schwedischen Firma Runway Safe im Rahmen einer skandinavisch-amerikanischen Partnerschaft 2007 entwickelt und unter der Bezeichnung greenEMAS zunächst von der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA, dann international zugelassen.

 

Innovative und zukunftsweisende Investition

Für Geschäftsführer Johan Lansberg ist der erstmalige Einbau an einem deutschen Verkehrsflughafen von hoher Bedeutung: „Die greenEMAS-Installation am Flughafen Saarbrücken ist für Runway Safe sowie für die Sicherheit der Passagiere in Europa von strategischer Bedeutung. Der Auftrag ist nach dem Flughafen Zürich unser zweiter auf dem europäischen Festland und wird als Ausgangspunkt für eine neue Ära der Expansion unseres Unternehmens und der Industrie mit weiteren EMAS-Installationen in Europa dienen. Der Flughafen Saarbrücken und Runway Safe teilen gemeinsame Werte in Bezug auf Sicherheitsbewusstsein, Innovation und nachhaltige Lösungen. Wir freuen uns, dass wir diesen Vertrag mit der ersten EMAS-Installation in Deutschland unterzeichnen können. “

Runway Safe greenEMAS ist eine zusammenhängende Bahn aus recyceltem Schaumglas (Kieselsäureschaum), das in einer Länge von 85 m und einer Breite von 45 m auf die Sicherheitszone (Runway End Safety Area – RESA), am westlichen Bahnende (Richtung 09) aufgesetzt und durch eine spezielle Gitterkonstruktion verankert wird. Der 36 cm hohe Seitenrand wird mit Rampen versehen.
Das Schaumglas zeichnet sich durch eine geschlossene Zell-Mikrostruktur aus, was es äußerst leicht, aber resistent gegen Wasseraufnahme, äußerst widerstandsfähig gegen Chemikalien und feuerfest macht. Auf das Schaumglas wird eine Geotextilie aufgelegt. Darüber wird eine Platte aus zementhaltigem Material aufgebracht. Diese Platte wird versiegelt und die Oberfläche mit einem Anstrich auf Acrylbasis versehen.
EMAS erhöht die Effektivität der Notfallspur erheblich: Ein Flugzeug mit einer Geschwindigkeit von bis zu 55 Knoten (102 km/h) wird ohne Beschädigung am Fahrwerk gestoppt.

Für den Einbau zeichnet das schweizerische Unternehmen KIBAG Airfield Construction verantwortlich. Geschäftsführer Philipp Althaus: „Wir freuen uns sehr darauf, dass wir in Saarbrücken zusammen mit lokalen Partnern ein greenEMAS einbauen dürfen. Es ist für uns als Schweizer Familienunternehmen eine besondere Ehre, die Sicherheit auf dem Flugplatz im Saarland zu erhöhen. Wir werden alles daransetzen, das System in höchstmöglicher Qualität einzubauen, damit die Unterhalts- und Wartungskosten tief bleiben.“

 

Weitere wichtige Arbeiten in der zweiten Märzhälfte

Am SCN-Airport hat man die EMAS-Baumaßnahme von langer Hand akribisch vorbereitet. Bereits im Vorfeld der konkreten Planungsphase haben die Europäische Luftfahrtagentur (EASA), das Bundesverkehrsministerium (BMVI) und die Landesluftfahrtbehörde (MWAEV) Empfehlungen ausgesprochen. Auch die Vereinigung Cockpit (VC) hat die Maßnahme ausdrücklich begrüßt.
Während der Bauarbeiten vom 11. bis zum 30. März können keine Starts und Landungen in Saarbrücken erfolgen.
Die unabdingbare zweiwöchige Pause im Flugbetrieb nutzt der Flughafen dazu, weitere dringende Arbeiten im Innen- und Außenbereich zeitkomprimiert zu erledigen. Dazu SCN-Geschäftsführer Thomas Schuck: „Wir haben die Wirtschaftlichkeit und die Passagiere gleichermaßen im Blick. Das konzentrierte Herangehen an weitere, dringende Arbeiten in der zweiten Märzhälfte ist eine organisatorische Herausforderung, am Ende jedoch kostengünstiger als eine schrittweise Erledigung. Es gelingt uns damit, baubedingte Unannehmlichkeiten von den Passagieren fernzuhalten, insbesondere während der stark frequentierten Sommermonate.“
Im Einzelnen werden Teile der elektrischen Hauptverteilung erneuert und eine Kabeltrasse vom Terminal bis zur Notfallspur am westlichen Ende der Landebahn neu verlegt. Am Westende der Landebahn wird das Instrumentenlandesystem (ILS) neu installiert. Im Außenbereich wird die Alarmierungsanlage erneuert. Nahe dem Terminal wird der Parkplatz P 1 komplett saniert.
Im Terminal werden unter anderem an der Gepäcktransportanlage umfangreiche Wartungsarbeiten durchgeführt. Der Rückbau der Werbeflächen an der Ostseite wird den architektonisch reizvollen Charakter der Glasfront wieder deutlicher zur Geltung bringen.

Auch wenn vom 11. bis zum 30. März 2019 keine Starts und Landungen erfolgen, bleibt das Terminal dennoch geöffnet. Dies gilt besonders für die hier ansässigen Reisebüros und die SCN-Information.