Das unter Federführung der Saarländischen Wasserstoffagentur H2Saar mit 27 Partnerinstitutionen aus Deutschland, Frankreich, Belgien und Luxemburg entwickelte Projekt PACT-H2 hat die Förderzusage der Europäischen Union erhalten. Das auf drei Jahre angelegte Vorhaben verfügt über ein Gesamtvolumen von rund 3 Millionen Euro.
Mit „Projet d’Acceptabilité et de Coopération Transfrontalière pour l’Hydrogène“, kurz
PACT-H2 oder zu Deutsch „Transnationales Projekt zur Akzeptanz und Kooperation für
Wasserstoff“, sollen vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Transformationsprozesse
die Wasserstoffaktivitäten in der Großregion strategisch aufeinander abgestimmt
und deren gesellschaftliche Akzeptanz verbessert werden.
Das Projektvolumen beträgt insgesamt rund 3 Mio. Euro. Davon werden nun 1,7 Mio. Euro
aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert, mit
weiteren 0,5 Mio. Euro fördert das saarländische Wirtschaftsministerium, die restlichen
Mittel stammen aus Ko-Finanzierungen bzw. Eigenmitteln der Projektpartner. Realisiert
wird das Projekt unter Leitung von H2Saar und IZES (Institut für ZukunftsEnergie- und
Stoffstromsysteme) sowie 25 Partnerinstitutionen aus der Großregion, unter anderem
LuxMobility (Luxemburg) und Pole Véhicule du Futur (Frankreich).
Dr. Bettina Hübschen, Geschäftsführerin der H2Saar: „Mit der Bewilligung von PACT-H2
schöpfen wir die Potenziale der Großregion voll aus. Von Anfang an gestalten wir die
Wasserstoffwirtschaft grenzüberschreitend und ganzheitlich – im Sinne eines
europäischen Ansatzes. Die Akzeptanz der Bevölkerung und relevanter Zielgruppen ist
dabei ein zentraler Erfolgsfaktor. Durch den Abgleich regionaler Strategien und
ineinandergreifende Governance-Maßnahmen unterstützen wir die Schaffung stabiler
Rahmenbedingungen für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in der gesamten
Großregion.“
Wirtschaftsminister Jürgen Barke: „Die Förderzusage der EU ist eine gute Nachricht für
die gesamte Großregion. Wasserstoff ist der Schlüssel für Versorgungssicherheit,
Preisstabilität und Klimaschutz. Entscheidend ist, dass wir den Hochlauf
grenzüberschreitend organisieren. Das ist die Grundlage für ein starkes europäisches
Wasserstoff-Ökosystem mit guten Perspektiven für Wachstum, Beschäftigung und
kostengünstiger Energie.“
Einsatz und Erzeugung von Wasserstoff spielen bei der Energiewende sowie der
Erreichung der Klimaziele eine große Rolle und sind für die Großregion aufgrund ihrer
industriellen Struktur von zentraler Bedeutung. Hierbei kommt der grenzüberschreitenden
Zusammenarbeit zum Aufbau eines regionalen Ökosystems sowie die Vernetzung,
Koordination und Abstimmung der Wasserstoffaktivitäten in der Großregion eine
Schlüsselrolle zu. Neben den industriepolitischen Entscheidungsträgern gilt es auch, die
Gesellschaft umfassend über die positiven Auswirkungen einer Wasserstoffwirtschaft,
bspw. für den Arbeitsmarkt, zu informieren und deren Akzeptanz für entsprechende
Projekte zu verbessern.
PACT-H2 zielt darauf ab, in drei Arbeitspaketen (engl. Work Packages, WP) die
Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den strategischen und kommunikativen Ansätzen
der Regionen herauszuarbeiten und Lösungsansätze für eine zielgerichtete
Kommunikation und aufeinander abgestimmte Strategien zu erarbeiten:
Inhalte des vom Pôle Véhicule du Futur geleiteten „WP Governance“ sind die
Abstimmung einer überregionalen Wasserstoffstrategie zwischen den Partnerländern
sowie die Etablierung einer dauerhaften Austauschplattform für Ministerien und
entsprechende Institutionen.
Das „WP Sensibilisierung“ steht unter der Leitung der H2Saar. Durch verschiedene
Kommunikationsformate, Bürgerdialoge sowie eine grenzüberschreitende Stakeholder-
Datenbank werden gesellschaftliche Akteure informiert, vernetzt und aktiv in den
Austausch eingebunden.
Bei „WP Akzeptanz“ entsteht unter gemeinsamer Führung von IZES und LuxMobility
auf Grundlage erhobener Akzeptanzfaktoren ein Kommunikationsleitfaden, der in die
grenzüberschreitende Strategie einfließt und so die strategische Weiterentwicklung der
Wasserstoffwirtschaft in der Großregion unterstützt.
Mit Blick auf die anstehende EU-Förderzusage fand am 9. März ein Arbeitstreffen aller
Projektpartner statt, bei dem die Zusammenarbeit und inhaltliche Schwerpunkte
konkretisiert und erste Projektarbeiten begonnen wurden.
Patrick van Egmond, Geschäftsführer von LuxMobility: „Wasserstoff trägt die Hoffnung auf
eine nachhaltigere Verkehrszukunft und sichert gleichzeitig die strategische Autonomie
unserer Großregion. Mit PACT-H2 machen wir unsere Vision von nachhaltiger Energie
greifbar.“
Bruno Grandjean, Geschäftsführer Pôle Véhicule du Futur: „Wasserstoff ist ein
unverzichtbarer Baustein für die Dekarbonisierung unserer Gesellschaften. Wir freuen uns
darauf, im Rahmen des Konsortiums an der Akzeptanz, der Sensibilisierung und der
Koordinierung der öffentlichen Politik mitzuwirken – in einer Zeit, in der die Realitäten vor
Ort durch Falschinformationen und Vorurteile unter Druck geraten sind.“
Prof. Dr. Michael Vielhaber, wissenschaftlicher Geschäftsführer IZES gGmbH: „PACT-H2
bietet große Chancen für grenzüberschreitende Forschungskooperationen im Bereich
Wasserstoff. Wir freuen uns, dass das IZES seine Expertise der umweltpsychologischen
Akzeptanz- und Beteiligungsforschung in dieses zukunftsweisende Themenfeld für die
Großregion einbringen kann.“