
Auf Grund der Bauarbeiten für die neue Verkehrsanlage war der Bahnverkehr gesperrt. Seit 1. Februar rollen wieder Züge durch Wemmetsweiler.
Saarbrücken / Merchweiler, 1. Februar 2010
„Endlich fährt er wieder! Wemmetsweiler Passanten verfolgten das Geschehen an ihrem Bahnhof: Heute Morgen um 05:02 Uhr hielt erstmalig wieder ein Zug in Wemmetsweiler. Nach fünf Monaten Stillstand ist der Ort wieder an den Bahnverkehr angeschlossen. Die Strecke war gesperrt, um den Bau des Tunnels zu ermöglichen. Er ist Teil der neuen Verkehrsanlage, die die SHS Strukturholding Saar zur Entwirrung des ehemals nadelöhrähnlichen Straßenverkehrs baut. Ein erster Meilenstein also, auf dem Weg zur neuen verkehrsentspannten Ortsmitte von Wemmetsweiler.
Gegen zehn Uhr bestiegen dann Dr. Simone Peter, Ministerin für Umwelt, Energie und Verkehr, Michael Hoppstädter, Direktor des Landesbetriebes für Straßenbau (LfS) und SHS-Geschäftsführer Bernd Therre, in Neunkirchen den Zug, um acht Minuten später durch den neugebauten Tunnel am Haltepunkt Rathaus Wemmetsweiler anzukommen. Dort wurden sie von Bürgermeister Walter Dietz begrüßt.
Die SHS Strukturholding Saar errichtet im Auftrag des Landesbetriebes für Straßenbau den Tunnel als Ersatz für die Straßenbrücke und einen Kreisverkehrplatz. Die dann zeitgemäße Verkehrsanlage optimiert den Straßenverkehr, und die Umgebung des Wemmetsweiler Rathauses gewinnt an Attraktivität.
Zur Gesamtherstellung und Finanzierung agiert die SHS als Dienstleister der Straßenbauverwaltung. Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf ca. 10 Mio. Euro. Das Geld bleibt im Land: Fast die gesamte Bausumme wurde – nach EU-weiter Ausschreibung - an saarländische Firmen vergeben.
Nach der Fertigstellung des Tunnels wird nun im nächsten Schritt die alte Straßenbrücke über der Bahnlinie abgebrochen: Dabei wird die Verkehrsführung völlig neu gestaltet, die beiden Kreuzungen südlich und nördlich der Brücke werden durch einen Kreisverkehr auf der Südseite und eine Schleifenfahrbahn ersetzt.
SHS-Geschäftsführer Therre erläuterte: „Die Wemmetsweiler Tunnellösung ist für die weitere Entwicklung in der Gemeinde von großer Bedeutung. Sie verbessert die städtebauliche Situation im Ortszentrum, ebenso wie die Verkehrs-Infrastruktur als auch die Wegeführung für die Fußgänger“. „Mobilität ist eine Grundvoraussetzung für eine moderne Gesellschaft und für wirtschaftliches Wachstum. Entsprechend wichtig sind daher auch die Verbesserungen für den öffentlichen Personennahverkehr,“ sagte Ministerin Dr. Peter.
Zügige Umsetzung …
Trotz des schlechten Wetters seit Anfang Dezember konnte der enge Zeitplan eingehalten werden: Fünfeinhalb Monate reichten für den Abbau der Bahnstrecke, die aufwändige Fundamentierung mit 50 Bohrpfählen, die Herstellung des Tunnelbauwerks und die Wiederherstellung der Bahnstrecke inklusive Nebenanlagen und Oberleitung. In dieser Zeit wurden ca. 10.000 Tonnen Stahlbeton verbaut. Die Decke des eben fertig gestellten Tunnels ist 1,20 bis 1.40 m dick, der Tunnel ist 60 m, das Gesamtbauwerk rund 140 m lang.
Bedingt durch die fünfmonatige Vollsperrung der Bahnstrecke halbiert sich voraussichtlich die vorgesehene Bauzeit. Wäre ein Gleis der Strecke ständig in Betrieb gewesen, hätten die nötigen Sicherheitsmaßnahmen und das enge Baufeld die Gesamtbauzeit auf über zweieinhalb Jahre getrieben – nach vollzogener Vollsperrung rechnen nun die Beteiligten nur noch mit rund 16 Monaten Bauzeit.
Der Tunnel wurde unter der bestehenden Brücke errichtet. Dies ermöglicht die Freigabe von zunächst zwei Fahrbahnen auf dem Tunnel. Und kurz darauf wird die alte Brücke abgebrochen, die beiden anderen Fahrbahnen hergestellt. So wird eine Unterbrechung des Verkehrsstroms vermieden.
… durch gute Zusammenarbeit
Die hervorragende Kooperation zwischen den Beteiligten (insbesondere DB Netz und Eisenbahnbundesamt, aber auch alle anderen Beteiligten wie die Oberste Straßenbaubehörde und die Planfeststellungsbehörde beim MWW, MfU, LUA und andere, die DB-Fachplanungsdienste bis hin zu den Versorgungsträgern) hat es der SHS als Steuerer und Koordinator und dem LfS als Projektträger möglich gemacht, den engen Zeitplan zur Durchführung des Plangenehmigungsverfahrens in Rekordzeit und zur Fertigstellung der Gesamtplanung einzuhalten.
Voraussichtlich wird die neue Verkehrsanlage bis Ende 2010 fertig gestellt sein.
Pressekontakt
SHS Strukturholding Saar
Rose Burgard
Tel.: 0681- 9965 258
r.burgard
invest-in-saarland.com
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