Joachim Weickert erforscht die mathematischen Grundlagen für Bildgebungsverfahren und für das Verstehen von Bildern (Computer Vision). Dabei geht es zum Beispiel darum, wie man Informationen aus unscharfen Bildern oder verrauschten Videos herausfiltern kann. Auch entwickelt er die theoretischen Verfahren dafür, dass Computer selbständig auf Videos etwas erkennen können, etwa ein bestimmtes Gesicht oder die Bewegungen eines Menschen. Darüber hinaus forscht der 44-jährige Professor daran, wie die großen Datenmengen von Bildern und Videos besser komprimiert werden können und dabei keine wesentlichen Bildinformationen verloren gehen.
Diese Grundlagenforschung von Joachim Weickert spielt für zahlreiche Anwendungen eine wichtige Rolle. In der medizinischen Bildverarbeitung können durch seine Rechenverfahren (Algorithmen) zum Beispiel mehr Informationen aus Computertomographie-Bildern herausgelesen und diese besser mit Aufnahmen aus der Kernspintomographie verglichen werden. Für die Robotik sind digitale Bewegungsanalysen notwendig, um bessere Steuerungssysteme zu entwerfen. Und in der Automobilindustrie werden Fahrerassistenzsysteme entwickelt, die zum Beispiel warnen, wenn ein Kind vor das Auto rennt.
Joachim Weickert hat gemeinsam mit seinem Forscherteam schon viele wissenschaftliche Auszeichnungen erhalten, so etwa den Longuet-Higgins Award im Jahr 2008 und mehrere Best Paper Awards. Universitätspräsident Volker Linneweber freute sich mit dem Saarbrücker Professor über die hohe Auszeichnung: „Joachim Weickert ist ein ausgezeichneter Forscher und ist auch bei den Studenten sehr beliebt. Vor kurzem erhielt er in der Mathematik für seine Vorlesung zur Bildverarbeitung den Preis für die beste Lehre, vor einiger Zeit bekam er diesen auch von den Informatik-Studenten verliehen“. Derzeit engagiere er sich als Dekan auch für die Belange der naturwissenschaftlich-technischen Fakultät I der Saar-Uni.
Der Leibniz-Preis wird seit 1986 jährlich vergeben und gilt als die angesehenste Auszeichnung für Forscherinnen und Forscher in Deutschland. Der Preis bringt neben dem hohen Renommee auch ein bedeutendes Preisgeld von in der Regel 2,5 Millionen Euro ein - und die außergewöhnliche Freiheit, diese Summe in einem Zeitraum von bis zu sieben Jahren nach eigenen Vorstellungen für ihre wissenschaftlichen Arbeiten zu verwenden. Ziel dieses Leibniz-Preises ist es daher, die Arbeitsbedingungen herausragender Spitzenforscherinnen und -forscher zu verbessern und ihre Forschungsmöglichkeiten zu erweitern, sie von administrativem Arbeitsaufwand zu entlasten und ihnen die Beschäftigung besonders qualifizierter Nachwuchswissenschaftler zu erleichtern.
Weitere Saarbrücker Informatik-Professoren, die den Leibniz Preis erhielten, sind Günter Hotz, Kurt Mehlhorn, Wolfgang J. Paul, Manfred Pinkal und Hans-Peter Seidel.
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